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Zusammenfassung

  • Katholischer Priester in Glasgow schließt sich Verfahren der protestantischen Kirche gegen Verbot öffentlicher Gottesdienste an
  • Pater Tom White erklärt seine Beweggründe vor der Anhörung Mitte März

GLASGOW (24. Februar 2021) – P. Tom White aus Glasgow kämpft nun auch im Gerichtssaal gegen das generelle Verbot öffentlicher Gottesdienste der schottischen Regierung. Seine Klage, die von der Menschenrechtsorganisation ADF UK unterstütz wird, wurde mit einer ähnlichen Klage verbunden, die die Leiter verschiedener protestantischer Gemeinden eingebracht hatten.

“Ich denke, wir sind uns alle darin einig, dass wir uns gegenseitig und unsere örtlichen Gemeinden schützen müssen; aber als Christen wissen wir, dass nicht nur unser Körper, sondern auch unsere Seele Nahrung braucht. Wir dürfen unsere geisltichen Bedürfnisse nicht vernachlässigen, sondern müssen die Gesundheit unserer Gesellschaft auch aus gesamtheitlicher Sicht schützen”, sagte P. Tom White in seiner neuen Videobotschaft.

Der Priester bemüht sich weiterhin um Spenden über die Internetseite JustGiving.

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Gemeinsam mit Leitern anderer Gemeinschaften kann er seine Argumente bei einer Anhörung am 11./12. März 2021 vorbringen. Alles worum die Ankläger bitten, ist, dass das generelle Verbot öffentlicher Gottesdienste der schottischen Regierung auf seine Verhältnismäßigkeit hin rechtlich überprüft wird.

Vonseiten der protestantischen Kirche setzen sich eine Reihe von Gemeinschaften mit Unterstützung der Organisation Christian Concern für eine Wiedereröffnung der Kirchen ein, einschließlich der Church of Scotland, der Free Church of Scotland und der Free Church of Scotland (Continuing).

Rechtsexperten halten Totalverbot für unverhältnismäßig und gefährlich

Der Glasgower Priester startete gemeinsam mit Rechtsexperten von ADF UK die Kampagne „Let Us Worship“, um Unterstützungserklärungen zu sammeln.

„Religionsfreiheit ist ein grundlegendes Menschenrecht. Dieses Recht darf nur durch Maßnahmen eingeschränkt werden, die absolut notwendig und verhältnismäßig sind. Bereits im November hat der offizielle Gesundheitsexperte der Regierung zugegeben, dass es keine medizinische Grundlage für das Totalverbot öffentlicher Gottesdienste gibt. In den meisten anderen europäischen Ländern durften die Kirchen im aktuellen Jahr offenbleiben. Es gibt keinen Grund, warum die schottische Regierung keine Lösung findet, mit der einerseits die Bevölkerung und insbesondere Risikopatienten geschützt und andererseits auch die Grundrechte jener respektiert werden, für die der gemeinsame Gottesdienst so wichtig ist wie die tägliche Nahrung”, sagte Ryan Christopher, Geschäftsführer von ADF UK.

Kirchen sind offen in England, Wales und Nordirland – aber nicht in Schottland

Die Beschwerdeführer werden auf die Lage in anderen Teilen des Vereinigten Königreichs hinweisen, wo Kirchen unter der Einhaltung von Schutzmaßnahmen offenbleiben dürfen, und die berechtigte Frage aufwerfen, warum die schottische Regierung weiterhin ihren extremen Weg wählt.
P. White und die anderen religiösen Leiter werden auch hinterfragen, warum bestimmte Unternehmen öffnen dürfen, während für Kirchen ein Totalverbot gilt. Im Gegensatz zum Besuch einer Bank, einer Fabrik oder einer Werkstatt für Fahrräder, ist der Besuch eines Gottesdienstes durch das Grundrecht auf Religionsfreiheit geschützt.

Die Tatsache, dass auseinandergewachsene Glaubensrichtungen nun zusammenarbeiten und gemeinsam das Totalverbot öffentlicher Gottesdienste anfechten, ist bemerkenswert. Dadurch dass sich P. White als katholischer Pfarrer der St. Alphonus Kirche in Calton der von protestantischen Leitern eingebrachten Klage anschließt, kann er zusätzliche Argumente einbringen – etwa im Zusammenhang mit der Bedeutung des Kommunionempfangs für Katholiken.

„Wir müssen mitansehen, wie die Regierung Fahrradwerkstätten und Reinigungsgeschäfte öffnet, während meine Pfarrmitglieder weiterhin weder Zugang zur Kirche noch zu den Sakramenten haben – für uns grundlegende Quellen der Hoffnung und der geistlichen Nahrung“, sagte P. White.

„Es ist von entscheidender Bedeutung, ob das Gericht das dreimonatige Verbot von öffentlichen Gottesdiensten für verhältnismäßig hält oder nicht und ob es gegebenenfalls solche extremen Maßnahmen für die Zukunft verbietet“, fährt er fort.

Verfahren läuft, Kirchen könnten bis April geschlossen bleiben

P. White hofft, dass die Anfechtung erfolgreich sein wird – besonders nach einer Ankündigung der schottischen Regierungschefin Nicola Sturgeon, wonach öffentliche Gottesdienste erst wieder „hoffentlich rund um den 5. April möglich sein werden, wenn auch zu Beginn mit einer begrenzten Anzahl an Teilnehmern.“

„Auch wenn die Wiedereröffnung der Kirchen im April ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist, ist es dennoch von großer Bedeutung, dass das Gericht über die Rechtmäßigkeit dieses dreimonatigen Totalverbots entscheidet – besonders weil uns solche Maßnahmen ja wieder treffen könnten“, reagiert Ryan Christopher, Geschäftsführer von ADF UK, auf die Ankündigung der schottischen Regierung.

Die neuen Anordnungen bedeuten vorerst das Ende für das Totalverbot öffentlicher Gottesdienste nach drei langen und für viele Gläubige schwierigen Monaten. Die Behörden in England respektierten hingegen von Anfang an das Recht auf Religionsfreiheit und setzen für den Schutz des Gesundheitssystems auf andere Maßnahmen.

„Die Ankündigung der schottischen Regierung, Kirchen im April wieder zu öffnen, ist zwar eine willkommene Entwicklung, aber rechtfertigt sicher nicht das Totalverbot öffentlicher Gottesdienste, dass immer noch in Kraft ist und unter dem wir seit Monaten leiden – besonders in Krisenzeiten wie diesen“, sagte P. White.

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