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  • Verstöße gegen die Religionsfreiheit in Nigeria sind „ungeheuerlich, systematisch und anhaltend“
  • Menschenrechtsaktivisten fordern die USA auf, Nigeria erneut als besonders besorgniserregendes Land einzustufen

WASHINGTON DC (26. August 2021) – Eine große und vielfältige Gruppe von Menschenrechtsexperten und Verfechtern der Religionsfreiheit hat heute den US-Außenminister Antony Blinken aufgefordert, Nigeria erneut als besonders besorgniserregendes Land einzustufen. Das US-Außenministerium erstellt derzeit eine Liste von Ländern, die als besonders besorgniserregend eingestuft werden, weil sie „besonders schwere Verstöße gegen die Religionsfreiheit begangen oder toleriert haben“. Die Liste soll im Dezember veröffentlicht werden.

„Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt für die Vereinigten Staaten, den Druck auf ein Regime zu verringern, das mit seinem unbeholfenen Vorgehen die Menschenrechtsprobleme in seinem Land noch verschlimmert. Der Druck muss aufrechterhalten werden, nicht nur wegen der Religionsfreiheit, sondern wegen aller Menschenrechtsprobleme, mit denen Nigeria konfrontiert ist. Jedes Nachlassen der USA und der internationalen Gemeinschaft wird dem nigerianischen Volk signalisieren, dass es im Stich gelassen wurde. Wir können nicht tatenlos zusehen, wie die nigerianische Regierung zulässt, dass Terroristen und Kriminelle ungestraft Glaubensgemeinschaften angreifen und schwere Menschenrechtsverletzungen begehen. Nigeria muss ein besonders besorgniserregendes Land bleiben“, sagte Kelsey Zorzi, Direktorin für globale Religionsfreiheit bei ADF International.

Entführungen, Morde, Zerstörung und schädliche Gesetze

In ihrem Brief an Minister Blinken weisen die Menschenrechtsverteidiger auf besorgniserregende Entwicklungen in dem Land hin: „Eine aktuelle Studie berichtet, dass im Jahr 2021 bisher bereits mindestens 3.462 Christen wegen ihres Glaubens ermordet wurden, fast so viele, wie im gesamten Jahr 2020. Priester werden regelmäßig entführt, Kirchen und Moscheen regelmäßig zerstört. Militante Gruppen haben christliche und muslimische Schulen ins Visier genommen und Schüler entführt, wobei Mädchen und christliche Schüler unverhältnismäßig stark betroffen sind.“

In dem Schreiben wird auch auf religiöse Gefangene aus Gewissensgründen in Nigeria hingewiesen: „Nach Jahren der Gefangenschaft wird die christliche Teenagerin Leah Sharibu immer noch von der Provinz Islamischer Staat Westafrika festgehalten, weil sie sich geweigert hat, zum Islam zu konvertieren.“

„Sowohl die Scharia als auch die Blasphemiegesetze wurden im Norden des Landes gegen Personen mit unterschiedlichem Hintergrund angewandt“, heißt es weiter, wobei die jüngsten Blasphemieverfahren gegen den Sufi-Sänger Yahaya Sharif-Aminu und den Humanisten Mubarak Bala angeführt werden. Die CPC-Bezeichnung (Countries of Particular Concern) sollte daher ein Druckmittel in den diplomatischen Beziehungen mit der nigerianischen Regierung bleiben“, so die Schlussfolgerung.

Ein „Dampfkochtopf“ der Gewalt

Der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für außergerichtliche Tötungen bezeichnete das Land als einen „Dampfkochtopf“ der Gewalt. Der US-Kongress ruft nun zu aggressiveren Maßnahmen auf. Im vergangenen Jahr hat eine einflussreiche Gruppe von Parlamentariern das Gespenst eines möglichen Völkermords an Christen und Muslimen, die den Extremismus der Terroristen ablehnen, aufgeworfen.

Im Einklang mit dem Gesetz über die internationale Religionsfreiheit von 1998 benennt die Regierung offiziell „Länder von besonderem Interesse“ (CPCs). Ende letzten Jahres wurde Nigeria als erste säkulare Demokratie überhaupt vom US-Außenministerium als „Land von besonderem Interesse“ eingestuft.

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