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LONDON (6. November 2020) – Gerade Universitäten sollte ein Ort der Rede- und Meinungsfreiheit sein. Doch laut einer neuen von ADF International (UK) auf Englisch veröffentlichten Umfrage befürchten fast 40% aller Studenten negative Auswirkungen auf ihr zukünftiges Berufsleben, wenn sie offen zu ihren Überzeugungen stehen. Mehr als ein Drittel hat zudem den Eindruck, dass immer mehr Veranstaltungen für Studenten abgesagt werden, weil andere Studentenvereinigungen oder -gruppen das Thema oder bestimmte Sprecher bei dem Event kritisieren.

„Redefreiheit ist die Grundlage für jede freie und demokratische Gesellschaft. Gerade an Universitäten sollten Studenten frei diskutieren und neue Ansichten besprechen können – und zwar gerade auch jene, mit denen sie nicht übereinstimmen. Bestimmte Vorgaben und Richtlinien machen für viele den Eindruck, dass auch weitverbreitete Ansichten eigentlich völlig inakzeptabel sind. Das Zensurproblem an den Universitäten kann weite Kreise ziehen und sich immer mehr in unserer Gesellschaft ausbreiten“, sagte Ryan Christopfer, Leiter von ADF International (UK).

Bestimmte Meinungen als Ausschlussgrund: Studenten wegen ihrer Überzeugungen von Kurs ausgeschlossen

Die Ergebnisse der großangelegten Umfrage können allerdings kaum überraschen: Gegen britische Universitäten wurden schon einige Beschwerden eingebracht mit dem Vorwurf, dass dort die Rede- und Meinungsfreiheit verletzt wird. So wurde die Hebammenstudentin Julia Rynkiewicz von ihrem Studium an der Universität Nottingham suspendiert und musste sich einem mehrmonatigen Überprüfungsverfahren ihrer Eignung stellen, nur weil sie sich bei einer Pro-Life-Gruppe für Studenten engagiert.

Das Regierungsprogramm aus 2019 verspricht eigentlich, die akademische Freiheit zu stärken und die Rede- und Meinungsfreiheit an Universitäten zu schützen. Deshalb schickt ADF International (UK) einen Brief an Premierminister Johnson, um ihn auf das drängende Problem aufmerksam zu machen. Der Brief fordert die Regierung dazu auf, die Meinungsfreiheit von Studenten zu schützen und der verbreiteten Praxis ein Ende zu setzen, wonach bestimmte Sprecher oder Veranstaltungen nicht zugelassen werden (sogenanntes No-Plattforming). Mittels Unterschrift kann man dieses Schreiben unterstützen und damit ein Zeichen für die Rede- und Meinungsfreiheit setzen.

„Viel zu oft mussten wir mitansehen, wie die Studentenvertretung sich bei einem moralischen oder gesellschaftlichen Thema für eine Seite entschieden hat und Andersdenkende von der Diskussion ausgeschlossen und damit diese Meinungen zensiert hat. Es sollte Universitäten ein Anliegen sein, die Meinungsvielfalt unter den Studenten zu fördern und die Diskussionskultur zu schützen. Als wachsame Gesellschaft dürfen wir es nicht hinnehmen, wenn Studenten mit bestimmten Meinungen unter sozialer Diskriminierung leiden müssen oder gegen sie sogar Disziplinarverfahren eingeleitet werden, nur weil andere Studenten oder Universitätsangehörige ihre Meinungen nicht gutheißen. Diese Praxis widerspricht der Grundidee einer jeden Universität“, erklärt Christopher.

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