Zusammenfassung

  • Etwa 1.000 Mädchen und Frauen, die einer religiösen Minderheit angehören, werden jedes Jahr in Pakistan zwangsverheiratet und -konvertiert
  • Organisation UN Women veranstaltet 16-tägige Kampagne, ohne dabei auf Gewalt gegen religiöse Frauen einzugehen

WIEN (10. Dezember 2020) – Vielen christlichen Frauen in Pakistan stehen schwierige Weihnachten bevor. Sie können die Geburt Jesu Christi nicht öffentlich feiern, sondern müssen sich aus Angst vor Diskriminierung, Gewalt oder sogar Gefängnisstrafen im Geheimen treffen. Für junge Mädchen ist die Gefahr und damit verbunden auch die Angst besonders groß. Jedes Jahr werden etwa 1.000 Frauen und Mädchen von religiösen Minderheiten in Pakistan zwangsverheiratet und -konvertiert. Maira Shabaz ist eine von ihnen. Sie muss sich diese Weihnachten gemeinsam mit ihrer Familie verstecken. Zwar konnte sie ihrem Kidnapper entfliehen, aber zuvor wurde sie von ihm verprügelt, erpresst, zwangsverheiratet und gewaltsam konvertiert. Ihr Anwalt versucht momentan mit der Unterstützung von ADF International die Ehe zu annullieren.

„Niemand darf wegen seines Glaubens verfolgt werden. In Pakistan werden junge christliche Mädchen entführt und anschließend durch eine erzwungene Hochzeit konvertiert – und das alles nur weil sie Christinnen sind. Mairas Fall ist ein besonders schockierendes Beispiel dafür. Wir hoffen, dass die internationale Gemeinschaft aufhört, ihre Augen vor den schrecklichen Geschehnissen in Pakistan zu verschließen und stattdessen dabei hilft, Christen und andere Minderheiten zu schützen“, sagte Tehmina Arora, Leiterin der Rechtsabteilung für ADF International in Asien.

Internationale Gemeinschaft muss diese Weihnachten Mädchen wie Maira schützen

Pakistan zählt zu den gefährlichsten Orten für Christen weltweit. Laut dem aktuellen Jahresbericht der US Commission on International Religious Freedom sind dort derzeit fast 80 Menschen wegen Blasphemie inhaftiert, wobei der Hälfte eine lebenslängliche Haft- oder die Todesstrafe droht. Minderheiten werden immer häufiger auch zum Angriffsziel von aufgehetzten Menschenmengen, wobei die Behörden oft tatenlos zusehen. – genauso wie die meisten internationalen Menschenrechtsorganisationen, die sich zu diesen schrecklichen Problemen immer noch nicht geäußert haben.

Laut einer Menschenrechtsorganisation vor Ort werden jedes Jahr etwa 1.000 Mädchen und Frauen mittels Zwangsheirat zum Islam „konvertiert“. Häufig werden sie von den Tätern entführt, vergewaltigt und anschließend erpresst. Oft unterstützen auch lokale Behörden den Täter und die Gerichte halten sich nicht an das Gesetz zur Eindämmung von Kinderehen, welches eigentlich ein Mindestalter von 16 Jahren für Eheschließung vorschreibt. Am 10. Dezember hat die Organisation UN Women ihre 16-tägige Aktion beendet, mit der auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht werden sollte. Doch mit keinem Wort wurde die schreckliche Situation all jener Frauen angesprochen, die einer christlichen Minderheit angehören und unter Verfolgung leiden.

„Die internationale Gemeinschaft muss endlich tätig werden und solche gravierenden Verletzungen von Menschenrechten verurteilen. Maira ist bei weitem kein Einzelfall und beschreibt leider nur allzu gut, was religiöse Minderheiten in dem Land tagtäglich erleiden müssen. Jeder Einzelne hat das Recht, seinen Glauben frei wählen und ausleben zu können – und zwar ohne Angst vor Verfolgung. Jedes Land muss dafür sorgen, dass seine Gesetze und Behörden diese völkerrechtlichen Verpflichtungen ernst nimmt und Religionsfreiheit schützt“, sagte Paul Coleman, Geschäftsführer von ADF International.

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