Zusammenfassung

  • Vietnamesische Regierung verlangt keinen Personalausweis und erlaubt Schulbesuch für drei Hmong-Christen
  • Christenverfolgung gegen Hmong in Vietnam weiterhin großes Problem

VIETBAN/WASHINGTON DC (16. Dezember 2020) – Drei christliche Jugendliche in Vietnam können endlich die örtliche High School besuchen, nachdem die Regierung für sie auf das Erfordernis eines Personalausweises verzichtet hat. Zahlreiche Mitglieder der Hmong – eine christliche Minderheit – wird wegen ihrer Religionszugehörigkeit der Zugang zu Personalausweisen verwehrt. Doch ohne entsprechende Dokumente können die meisten Hmong-Kinder keine Schule besuchen, Hmong-Mitglieder erhalten keine medizinische Unterstützung oder können andere grundlegende Bürgerrechte nicht in Anspruch nehmen. Mit der Hilfe von Boat People SOS und ADF International bewilligten die Behörden Giàng, Lý und Sùng den Besuch einer High School in der Provinz Lam Dong, auch wenn die drei Jugendlichen weiterhin de-facto staatenlos bleiben.

„Niemand sollte wegen seines Glaubens verfolgt werden. Die grausame Verfolgung der Hmong- und Montagnard-Christen im Vietnam nimmt zwar weiter zu, doch ist diese Entscheidung der Behörden endlich ein Hoffnungsschimmer. Dass die drei Hmong-Jugendlichen die High School besuchen, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und könnte weitreichende Folgen für das ganze Land haben. Dies war nur möglich dank des unermüdlichen Einsatzes der Anwälte und diese werden nicht aufhören für diese Minderheit zu kämpfen, bis endlich alle Hmong- und Montagnard-Christen offiziell als Bürger anerkannt sind. Die vietnamesische Regierung behandelt Tausende ihrer Bürger als de-facto staatenlos, und zwar nur aufgrund deren Religionszugehörigkeit. Für viele ist der einzige Ausweg angesichts der grausamen Verfolgung die Flucht in unbewohnte Gebiete, wo sie unter verheerenden Umständen leben müssen. Diese Verfolgung ist eine klare Verletzung der Religionsfreiheit und wir fordern sowohl die vietnamesische Regierung als auch die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, dieses Problem zu lösen“, sagte Kelse Zorzi, Leiterin der Abteilung für Weltweite Religionsfreiheit bei ADF International.

Einsatz für die Rechte der Christen in Vietnam

Montagnard- und Hmong Christen leiden schon seit den 1960er-Jahren unter der zunehmenden Verfolgung. Die Regierung betrachtet sie als Gefahr für die „nationale Sicherheit“ sowie die „nationale Einheit“ und verweigert ihnen grundlegende Bürgerrechte. Sie werden verhaftet, gefoltert und auf verschiedene andere Art und Weise unter Druck gesetzt, damit sie ihren Glauben abschwören und zu einer staatlich anerkannten Glaubensgruppe wechseln. Die lokalen Behörden verweigern ihnen die Ausstellung von Meldezettel, wodurch sie keinen Staatsbürgerschaftsnachweis beantragen, kein Grundstück erwerben, keiner legalen Beschäftigung nachgehen, kein Bankkonto eröffnen oder andere öffentliche Dienste in Anspruch nehmen können, was bedeutet, dass sie zu De-Facto-Staatenlosen in ihrem eigenen Land geworden sind. Manche flüchten in unbewohnte Gebiete des Landes, wo sie unter gefährlichen und unhygienischen Gründen leben müssen, während andere im Ausland Asyl beantragen.

„Es ist ermutigend zu sehen, dass es eine leichte Verbesserung der Situation der Hmong-Christen in Vietnam gibt. Dennoch ist das Land weiterhin nicht dazu in der Lage, die Rechte religiöser Minderheiten zu wahren und internationale Standards der Religionsfreiheit einzuhalten. Vietnam hat zahlreiche Menschenrechtsverträge unterschrieben und nun ist es an der Zeit, dass die vietnamesische Regierung diese auch einhält und die schwächsten Bürger in dem Land schützt“, sagte Paul Coleman, Geschäftsführer von ADF International.

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