HELSINKI (25. August 2020) – Am 25. August wurde die ehemalige finnische Innenministerin und aktuell gewählte Parlamentsabgeordnete Päivi Räsänen zum dritten Mal von der Polizei verhört. Der Grund für die Vorladung der fünffachen Mutter und sechsfachen Großmutter, die im bürgerlichen Beruf Ärztin ist: sie tat Ihre Meinung zu Ehe und Familie öffentlich kund. Deshalb verdächtigt sie die finnische Generalstaatsanwältin der “ethnischen Agitation”, eine Straftat, die mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden kann.

“Hinter diesen Polizeiverhören steht die Frage, ob es legal ist, auf der Bibel basierende Erkenntnisse über die Beziehung zwischen Gott und Mensch öffentlich zu bekennen”, sagte Päivi Räsänen. “Ich werde das Recht meinen Glauben zu bekennen weiterhin verteidigen, damit auch sonst niemand sein Recht auf Glaubens- und Meinungsfreiheit verliert. Ich bleibe dabei, meine Aussagen sind legal und dürfen nicht einfach zensiert werden. Ich werde nicht klein beigeben. Ich werde mich nicht einschüchtern lassen und meinen Glauben verstecken.

Verhör durch Generalstaatsanwältin geordert

Das Verhör ist Teil einer Voruntersuchung und wurde seitens der finnischen Generalstaatsanwältin befohlen. Dabei geht es um ein Interview, welches Räsänen im Dezember 2019 einer finnischen Radioshow zum Thema “Was würde Jesus über Homosexuelle denken” gab.

“In einer freien Gesellschaft sollte jeder das Recht haben, seine Überzeugungen öffentlich zu bekunden, ohne Zensur oder Konsequenzen fürchten zu müssen. Das ist die Basis jeder Demokratie. Meinungen durch sogenannte “Hassrede” Gesetze zu kriminalisieren verunmöglicht die Debatte und bedroht dosa demokratische Fundament unserer Gesellschaft. Solche Fälle wie jener Päivi Räsänens schaffen eine Kultur der Angst und Selbstzensur in Europa”, sagte Paul Coleman, Geschäftsführer von ADF International und Autor von “Zensiert – Wie Hassrede Gesetze die Meinungsfreiheit bedrohen”

Für ihre Meinungen verfolgt

Die anhaltenden juristischen Schikanen, die Päivi Räsenen über sich ergehen lassen muss, starteten im Juni 2019. Damals sandte sie einen Tweet an die Bischöfe ihrer Kirche und hinterfragte die Untestützung der “Pride 2019”, einer LGBT Veranstaltung, durch die finnisch lutheranische Kirche. Dazu stellte sie ein Foto einer Bibelpassage. Räsänen musste bereits zwei lange Polizeiverhöre über sich ergehen lassen. Eines aufgrund dieses Tweets und ein weiteres aufgrund eines Büchleins zum Thema Ehe und Familie, welches sie vor 16 Jahren in ihrer Funktion als Ärztin für eine christliche Stiftung verfasst hatte.

Seit 1995 ist Fau Räsänen Abgeordnete des finnischen Parlaments, leitete die christdemokratische Partei zwischen 2004 und 2015 und bekleidete das Amt des finnischen Innenministers zwischen 2011 und 2015. Während dieser Zeit war sie auch für religiöse Angelegenheiten in Finnland verantwortlich.

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