Zusammenfassung

  • Christ inhaftiert und verfolgt nach Facebook-Posting über seinen Glauben
  • Neue Studie: Weltweite Religionsbeschränkungen auf neuem Höchststand

MINIA (5. Oktober 2020) – Bereits drei Monate musste Omar* im Gefängnis verbringen, weil er einen Beitrag auf Facebook gepostet hat. Denn für einige war dieser Beitrag über seinen christlichen Glauben ein Angriff auf den Islam. Das Ausmaß seiner Gefängnisstrafe verlängerte der zuständige Richter bereits mehrmals. Doch angesichts zahlreicher Demonstrationen und der begründeten Sorge, dass Omar von der aufgehetzten Menge getötet wird, sobald er das Gefängnis verlässt, zögert das Gericht seine Freilassung hinaus. ADF International fordert die ägyptische Regierung dazu auf, für seine sofortige und sichere Freilassung zu sorgen.

„Niemand sollte wegen seines Glaubens verfolgt werden. Blasphemie-Gesetze verletzen unmittelbar völkerrechtliche Bestimmungen. Jeder Einzelne darf seinen Glauben frei wählen und diesen auch ausleben. Zu diesem Recht auf Religionsfreiheit gehört auch die Freiheit, seinen Glauben in sozialen Netzwerken zu teilen. Diese Situation stellt nicht nur eine Verletzung Omars Grundrechte dar, sondern bringt zusätzlich sein Leben in Gefahr. Wir fordern alle Regierungen dazu auf, die Christenverfolgung durch Blasphemie-Gesetze zu stoppen und sicherzustellen, dass alle Christen ihr Recht auf Religionsfreiheit auch ausüben können“, sagte Kelsey Zorzy, Leiterin der Rechtsabteilung für Weltweite Religionsfreiheit bei ADF International.

Verfolgung von Minderheiten in Ägypten

Nach seiner Verhaftung musste Omar zu zahlreichen Gerichtsanhörungen. Jedes Mal wurde seine Inhaftierung verlängert. Wütende Menschenmengen protestieren in seinem Dorf gegen ihn und seine Familie wird zunehmend angefeindet und attackiert. Die Zahl der Entführung christlicher Mädchen und Frauen, die anschließend zur Zwangskonvertierung und -heirat gezwungen werden, nahm in den letzten Jahren dramatisch zu. Anstatt diese Minderheiten zu schützen, geben sich die Behörden kaum Mühe, die Verfolgung zu stoppen und verhaften stattdessen Mitglieder der verfolgten Gruppe, um die aufgehetzte Menge zu beruhigen.

Blasphemie-Gesetze in Ägypten verbieten es, „zu Aufruhr und Spaltung anzustiften“ oder „Verachtung und Geringschätzung“ hinsichtlich einer der „himmlischen Religionen oder der dazugehörigen Sekten“ zu verbreiten. Christen und andere religiöse Minderheiten leiden unter den zunehmenden Einschränkungen ihrer Redefreiheit, aber auch unter der Verfolgung und den Gefängnisstrafen, die ihnen drohen, wenn sie offen zu ihrem Glauben stehen.

Aber Ägypten ist nur eines der vielen Länder, in denen religiöse Minderheiten verfolgten werden und nicht in der Lage sind, ihre Religionsfreiheit auszuüben. Erst vor kurzem veröffentlichte das Pew Research Center eine neue Studie, wonach die behördlichen Einschränkungen von Religionsfreiheit einen noch nie dagewesenen Höhepunkt erreicht haben. Laut dieser Studie zählen der Mittlere Osten und Nordafrika zu den Gebieten mit den stärksten behördlichen Einschränkungen der Religionsfreiheit.

Paul Coleman, Geschäftsführer von ADF International sagte: „Religiöse Minderheiten und besonders Christen leiden unter einer weitverbreiteten und schrecklichen Verfolgung. Niemand darf seine Augen verschließen vor der Plage, die Christen in Ägypten und zahlreichen anderen Ländern tagtäglich erdulden müssen.“

„Niemand sollte wegen seines Glaubens verfolgt werden. Blasphemie-Gesetze verletzen unmittelbar völkerrechtliche Bestimmungen. Jeder Einzelne darf seinen Glauben frei wählen und diesen auch ausleben. Zu diesem Recht auf Religionsfreiheit gehört auch die Freiheit, seinen Glauben in sozialen Netzwerken zu teilen. Diese Situation stellt nicht nur eine Verletzung Omars Grundrechte dar, sondern bringt zusätzlich sein Leben in Gefahr. Wir fordern alle Regierungen dazu auf, die Christenverfolgung durch Blasphemie-Gesetze zu stoppen und sicherzustellen, dass alle Christen und andere religiöse Minderheiten ihr Recht auf Religionsfreiheit auch ausüben können“

*Name aus Sicherheitsgründen geändert

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